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Vollversammlung Diözesanrat, Tag 1

„Ehrenamtliche sind echte Stammspieler!“

16.10.2026

Der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Augsburg ist an diesem Freitag zu seiner ersten Sitzung nach den Pfarrgemeinderatswahlen im März zusammengetreten. Zu Beginn der zweitägigen Herbstvollversammlung zog die Diözesanratsvorsitzende Hildegard Schütz ein selbstbewusstes Fazit der Amtsperiode 2022 bis 2026: „Im Team unseres Bistums sind Ehrenamtliche echte Stammspieler!“

Die Amtsperiode, so Hildegard Schütz, sei in eine historisch bewegte Zeit gefallen – „geprägt von der Weltsynode zur Synodalität, den synodalen Auseinandersetzungen in Deutschland und dem tiefen Ringen um den richtigen Weg“.

Dass dieses Ringen sich „ganz konkret und sehr lebendig“ in den vielen Gremiensitzungen gespiegelt habe, dokumentierte die Vorsitzende anhand einer eindrucksvollen Auflistung der zahlreichen Aktivitäten in den vergangenen vier Jahren. Dabei sei das Engagement niemals Selbstzweck: „Unser Auftrag ist es, das Evangelium zu den Menschen von heute zu bringen: als glaubwürdige Laien mitten in der Welt.“

Hinsichtlich der kleiner werdenden finanziellen Spielräume im Bistum verwies Hildegard Schütz darauf, das die Gemeinden vor Ort ohne das Engagement von Ehrenamtlichen nicht funktionieren könnten: „Wir dürfen stolz darauf sein, uns unserer eigenen Berufung als getaufte und gefirmte Christen zu vergewissern, und unseren legitimen Platz in Kirche und Pfarrgemeinde einfordern und ausfüllen.“

Bischof Bertram stellte in seinem Geistlichen Wort noch einmal das Thema in den Mittelpunkt, das die Mitglieder des Diözesanrats in den vergangenen vier Jahren besonders beschäftigt hatte: Synodalität. Er gab diesem Begriff aber eine theologische Grundierung unter der Überschrift „Synodale Kirche als Suchgemeinschaft“.

Die ausscheidenden Diözesanratsmitglieder: Das Gremium wird nun ein neues Gesicht bekommen.
Die ausscheidenden Diözesanratsmitglieder: Das Gremium wird nun ein neues Gesicht bekommen.

Der Bischof zitierte eine Satz aus dem Philipperbrief, in dem Paulus schreibt, „ich bete darum, dass eure Liebe noch reicher an Einsicht und Verständnis wird, damit Ihr beurteilen könnt, worauf es ankommt“ – und ergänzte: „Es kommt nicht darauf an, dass man einfach irgendwas (weg)entscheidet, sondern dass das entschieden wird, worauf es ankommt.“ Bei der Suche nach dem Willen Gottes in einer geistlichen Suchgemeinschaft gehe es nicht darum, das eigene Interesse durchzusetzen, sondern sich auf eine echte, ernstgemeinte und offene Suche einzulassen.

Bischof Bertram erinnerte auch an das Wort „Prüft alles, das Gute behaltet!“, und sagte: „In der Einladung, ‚alles‘ zu prüfen, liegt eine große Weite. Sie lädt dazu ein, im Heiligen Geist zu phantasieren und verschiedene Möglichkeiten zu suchen, bis sich in einer Alternative vielleicht ungeahnte Möglichkeiten zeigen und weit auseinanderliegende Interessen zusammenkommen können.“

An diesem ersten Tag der konstituierenden Vollversammlung wurden die ausscheidenden Diözesanratsmitglieder verabschiedet - insgesamt 32 Frauen und Männer und damit fast die Hälfte des Gremiums. Der Diözesanrat der Amtsperiode 2026 bis 2030 wird ein neues Gesicht bekommen.

Verabschiedung von Sieglinde Hirner

In bester Stimmung - und dennoch mit einem weinenden Auge - verabschiedeten Bischof Bertram und Hildegard Schütz die bisherige stellvertretende Vorsitzende Sieglinde Hirner.

Besonderen Beifall erhielt Sieglinde Hirner, die nach 15 Jahren - davon zwölf Jahre als stellvertretende Vorsitzende - aus dem Diözesanrat ausscheidet. Hildegard Schütz: „Bis heute bist du mir eine wesentliche Stütze- Deine Geradlinigkeit, deine Bodenhaftung, dein gesunder Menschenverstand, dein untrügliches Gespür für das Machbare machten dich zu einer sehr geschätzten Ratgeberin - nicht nur für mich.“ Die Delegierten dankten Sieglinde Hirner mit langanhaltenden Applaus.

Am zweiten Tag der Vollversammlung wird dann der neue Vorstand gewählt werden, außerdem die Delegierten für das Landeskomitee der Katholiken in Bayern und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken.