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Ulrichswoche

Feierliche Reponierung des Ulrichschreins

12.07.2026

Am Sonntagabend ist die seit dem 3. Juli andauernde Ulrichswoche zu Ende gegangen. Im Rahmen einer feierlichen Heiligen Messe in der Basilika St. Ulrich und Afra wurden die Reliquien des 973 verstorbenen Bistumspatrons wieder in ihrem Marmorsarkophag in der Krypta beigesetzt. Pfarrer Christoph Hänsler erinnerte in seiner Predigt an einzelne Programmpunkte der Wallfahrtswoche und betonte, dass der heilige Ulrich aus der Ehrfurcht vor Gott gelebt habe.

Ausgehend vom diesjährigen Leitwort „Löscht den Geist nicht aus“ (1 Thess 5,19) ging Pfarrer Christoph Hänsler auf die Geistesgabe der Gottesfurcht ein. Die Gottesfurcht müsse als Ehrfurcht vor der Größe Gottes als des Herrn und Schöpfers verstanden werden und ebenso als ehrfürchtiges Staunen vor der Liebe des Erlösers, der sein Leben für die Menschen hingegeben habe. Es gehe also nicht darum, Angst vor Gott zu haben. Vielmehr entspringe die Gottesfurcht aus der Liebe, denn wer jemanden liebe, der habe auch Achtung vor ihm. Die Ehrfurcht vor Gott führe daher letztendlich zur Achtung vor dem Menschen und sei Quelle der Nächstenliebe und der christlichen Werte, so Pfarrer Hänsler. Für beides, Ehrfurcht vor Gott und vor den Menschen, stehe der heilige Ulrich mit seinem Lebensbeispiel. Pfarrer Hänsler: „Für den heiligen Ulrich war die Gottesfurcht das oberste Prinzip.“

Feierliche Reponierung des Ulrichschreins

Der Basilikachor sang unter der Leitung von Peter Bader.

Es sei aber auch wichtig, dass die Menschen der heutigen Zeit in ihren Mitmenschen Abbilder Gottes sehen würden und die Gottesfurcht zu einer inneren Grundhaltung werden ließen. Diese Einstellung könne dann eine „Grundlage zu einem neuen Miteinander der Menschen“ werden. Ohne diese Ehrfurcht vor Gott würden auch die zwischenmenschlichen Beziehungen leiden.

Dankbar blickte der Basilikapfarrer auf die unterschiedlichen Programmpunkte, die im Rahmen der zehntägigen Wallfahrtswoche stattgefunden hatten, zurück. Besonders hervor hob er die Wallfahrt mit den Einrichtungen der Behindertenhilfe am Dienstag. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf die Arbeit der kirchlichen Caritas, die ihren Wallfahrtsgottesdienst zusammen mit den Mitarbeitenden des Kitazentrums St. Simpert am Freitag gefeiert hatte. Durch ihr Wirken werde das Anliegen der gleichen Würde aller Menschen durch Taten glaubhaft verkündet und gefördert. Die Mitarbeitenden würden nicht nur fordern und reden, sondern eben auch ganz konkret tätig werden.

Reliquien werden im Sarkophag beigesetzt

Feierliche Reponierung des Ulrichschreins

Das Ulrichskreuz spielte eine wichtige Rolle bei der Lechfeldschlacht.

Am Ende des Gottesdienstes stand noch einmal das Ulrichskreuz im Mittelpunkt. Der Chor ehrte es mit dem Gesang des „Ave Crux victorialis“ von Arthur Pichler. Im Anschluss wurde der Schrein des heiligen Ulrich, der die Reliquien des Heiligen enthält und während der Ulrichswoche zur Verehrung ausgesetzt gewesen war, in einer feierlichen Prozession zurück in die Krypta getragen. Begleitet wurde der Bistums- und Stadtpatron auf seinem Weg auf gewohnte Weise von den Klängen des feierlichen „Te deum“ von Anton Bruckner. Die musikalische Gestaltung oblag dabei dem Basilikachor, der mit Hilfe von Solisten und Orchester die „Messe in D“ von Antonín Dvořák sowie das bereits erwähnte traditionelle „Te deum“ von Anton Bruckner zu Gehör brachte.