Kitakinder pilgern zum heiligen Ulrich
Am Mittwoch fand die traditionelle Wallfahrt der katholischen Kindertagesstätten ans Grab des heiligen Ulrichs statt. In einer feierlichen Prozession zogen die Kinder um die Basilika herum und feierten anschließend einen Wortgottesdienst mit Generalvikar Msgr. Dr. Wolfgang Hacker. Dieser erklärte, ausgehend vom Psalm des Guten Hirten, dass auch der Bistumspatron sich von Gott habe leiten lassen.
Im Bistum Augsburg gibt es knapp 450 Kindertageseinrichtungen, die einen kirchlichen Träger haben. Viele davon nehmen auch an der traditionellen Kitawallfahrt im Rahmen der Ulrichswoche teil. Auch heuer waren wieder zahlreiche Einrichtungen der Einladung gefolgt. Im Hinterhof der Basilika hieß sie Generalvikar Msgr. Dr. Wolfgang Hacker herzlich willkommen. Dann ging es in einer bunten und singstarken Prozession einmal um die Basilika herum, immer begleitet von zwei Polizeiautos.
Textsicher sangen die Kinder begeistert die Lieder von Robert Haas mit, der zusammen mit einem weiteren Musiker den Gottesdienst musikalisch gestaltete. Mit Hilfe einer Erzählung lernten die Kinder dann auch etwas über das Leben und Wirken des heiligen Bischofs, dessen Porträt im Altarraum sofort alle erkannten. So habe dieser nicht nur eine Mauer um die Stadt Augsburg bauen lassen, sondern sich auch als Friedensvermittler eingesetzt. Arme und Kranke seien von ihm oft besucht worden. Im gesungenen Kehrvers drückten die Kinder dann auch einen Wunsch aus: "Heiliger Ulrich, wir denken jetzt an dich. Heiliger Ulrich, beschütze du auch mich." Symbolisch durften sie dann ein extra gebasteltes Portrait ihrer Gruppe ins künstliche Gras vor dem Bild des Heiligen abstellen und sich so dessen Schutz anvertrauen.
In einer kleinen Prozession trugen dann zwei Kinder und eine Erzieherin das Evangeliar durch den Mittelgang nach vorne, wo es der Generalvikar entgegennahm und einen Text in einfacher Sprache vortrug. In seiner kurzen Ansprache betonte er, dass Ulrich nicht nur ein Bischof, sondern eben auch ein Hirte gewesen sei. Ulrich habe außerdem eine tiefe Freundschaft mit Jesus gepflegt. Passend dazu berichtete er von der Freundschaft zu seinem Kater Hannibal, die auch erst habe wachsen müssen. Ulrich jedoch sei sich sicher gewesen: „Gott ist mit mir und Gott ruft mich beim Namen. Bei ihm bin ich nicht irgendwer, er kennt mich, führt mich und mag mich.“ Ulrich selbst habe aber eben auch ein guter Hirte sein und den Menschen Beachtung schenken wollen. Dies erkenne man beispielsweise daran, dass Ulrich in seinem Testament den kranken Ruozo aus Kempten eigens erwähnt habe. Er habe ihn beim Namen gekannt. Ganz wichtig sei, dass wir wüssten, dass Gott auch uns mit dem Namen kenne und uns nah sei.
Dann durften die Kinder zum Einzelsegen nach vorne kommen, bei dem sie den segnenden Priestern, Diakonen und Pastoralreferentinnen auch ihren Namen nennen sollten. Die Feier endete mit dem gemeinsam gesprochenen Vater unser und dem Schlusslied „Gott ist immer hier“.