Weihbischof Josef Grünwald wird 90
Nach dem Doppeljubiläum seiner Priester- und Bischofsweihe - 65. und 30. Jahrestag in 2025 - feiert der emeritierte Weihbischof Josef Grünwald an diesem Samstag seinen 90. Geburtstag. Geboren ist er am 22. August 1936 in Augsburg und hielt wie kein zweiter Geistlicher seiner Heimatstadt zeitlebens die Treue. Seine besondere Verbundenheit gilt nach wie vor dem Dom, den er nicht nur zu den Hochfesten immer noch regelmäßig aufsucht.
Sein Vater sei damals nicht gerade begeistert gewesen, als es für den Sohn nach dessen Priesterweihe und Kaplanszeit in die Bistumsverwaltung ging. „Er hoffte, dass ich eine Pfarrei auf dem Land bekomme, in der er mich dann in seinem Ruhestand besuchen und ein wenig garteln könne“, vertraute der Weihbischof der Pressestelle einst den nicht ganz uneigennützigen Gedanken seines Vaters an. Aus dem Wunsch des Vaters mit dem Garteln wurde nichts. Das Bischöfliche Ordinariat und der ihm seit Kindesbeinen ans Herz gewachsene Dom blieben seine Hauptwirkungsstätte - vom Domkaplan bis zum Diözesanadministrator.
Nach seiner Zeit als Stadtkaplan in St. Max in Augsburg war er zwei Jahre als Domkaplan tätig, bevor er 1966 zum Domvikar und Sekretär des Generalvikars ernannt wurde. Im Jahr 1981 folgte die Ernennung zum Ordinariatsrat und Stellvertreter des Generalvikars, ein Jahr später zum Domkapitular. Nachdem er 1986 zum Summus Custos der Kathedrale in Augsburg berufen wurde, übernahm er 1989 die Leitung des Personalreferates im Bischöflichen Ordinariat und war zugleich als Referent für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Die Ernennung zum Domdekan erfolgte im Jahr 1993 – ein Amt, das er zwei Jahre lang bekleiden sollte.
Am 21. Februar 1995 wurde Josef Grünwald von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in Augsburg und Titularbischof von Fronta ernannt. Wenige Wochen später empfing er durch den damaligen Bischof von Augsburg, Dr. Viktor Josef Dammertz OSB, die Bischofsweihe. Er wurde gleichzeitig zum Bischofsvikar für den sozial-caritativen Bereich in der Diözese Augsburg ernannt. Im September 1996 wurde Weihbischof Grünwald zum Dompropst ernannt, drei Jahre später zum Bischofsvikar für Kirche und Kultur. Gleich zweimal wirkte er für das Bistum als Diözesanadministrator. Nach der Emeritierung von Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz übernahm er von Juni 2004 bis Oktober 2005 diesen Dienst. Diese Aufgabe übernahm er 2010 nach dem Rücktrittgesuch von Bischof Walter Mixa erneut.
Im Rahmen der Deutschen Bischofskonferenz war er als Mitglied der publizistischen Kommission und der Caritaskommission tätig.
Grünwalds Verbundenheit zu Heimat und Dom fand ihren Ausgleich und Gegenpol zeitlebens in seiner Pilgerleidenschaft. Seit 1975 begleitet und unterstützt er den Augsburger Wallfahrerverein - bis Ende vergangenen Jahres als dessen Präses. Für den Weihbischof mussten es nicht immer die großen Pilgerreisen nach Rom, Lourdes und ins Heilige Land sein. Ungezählte Male fuhr Josef Grünwald nach Altötting oder brachte seine Anliegen zu Fuß vor die Knotenlöserin nach St. Peter am Perlach. Möge die Gottesmutter für Weihbischof Grünwald auch in den kommenden Jahren eine Anlaufstelle für die Sorgen seines Alltags sein.
In einem Interview mit Kristina Apelt von katholisch1.tv, das sie anlässlich des Doppeljubiläums im vergangenen Jahr führte, blickte der Weihbischof anekdotenreich auf die neun Jahrzehnte seines Lebens zurück.