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Klinik Vincentinum

Bischof Bertram segnet neue Kapelle

14.03.2026

Wie das Vincentinum trotz Trägerwechsel vor fast zehn Jahren weiterhin die Tradition der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul aufrecht erhält, wurde an diesem Samstag in der neu errichteten Kapelle des Krankenhauses deutlich. Im Rahmen einer feierlichen Messe segnete Bischof Dr. Bertram Meier den neuen Glaubensraum und bezeichnete ihn als wesentlichen Bestandteil einer ganzheitlichen Medizin, die Seele und Körper in den Blick nehme.   

Die Kapelle der Klinik erinnere daran, dass sich der Mensch nicht auf seine Biologie und seinen Körper reduzieren lasse, betonte Bischof Bertram in seiner Predigt zur Segnungsfeier. „Der Grundgedanke der vinzen­tinischen Krankenpflege bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts war, dass alle Patientinnen und Patienten ganzheitlich behandelt werden sollen. Körper und Seele bedürfen unserer Fürsorge. Die Kapelle ist deshalb kein dekoratives Beiwerk, sondern wesentlicher Bestandteil einer ganzheitlichen Medizin.“ Viele Menschen hätten bereits in der bisherigen Kapelle in kritischen Momenten die Nähe Gottes gespürt oder Dankbarkeit für eine gelungene Operation zum Ausdruck gebracht. Aber auch Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit oder Wut hätten hier ihren Platz, so der Bischof weiter.

Gott gehe an der Seite der Armen, Kranken und Diskriminierten. „Wer von uns diesen Menschen dient, dient keinem Geringeren als Jesus Christus selbst“, wandte er sich schließlich an die Beschäftigten des Krankenhauses und dankte ihnen für ihren Dienst im Sinne des Ordensgründers, Vinzenz von Paul. Bis heute inspiriere dessen Leitsatz, „Liebe sei Tat“, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik, „die sich aus tiefster Überzeugung und mit hoher Professionalität für Menschen in finanzieller und gesundheitlicher Not engagieren.“

Seine Freude brachte Bischof Bertram auch über das fortwährende Wirken der Vincentinerinnen zum Ausdruck, die das Krankenhaus bis vor rund zehn Jahren über hundert Jahre lang geleitet hatten. „Ihr Wirken war nicht nur von fachlicher Kompetenz geprägt, sondern vor allem von persönlicher Zuwendung, seelsorglicher Begleitung und dem Vertrauen auf Gottes Beistand. Auch heute sind die Schwestern weiterhin präsent – nicht mehr in der klassischen Krankenpflege, wohl aber in der Seelsorge. So bleibt der geistliche Kern des Hauses lebendig.“ Die neue Kapelle sei sichtbarer Ausdruck dieser Kontinuität, betonte Bischof Bertram und dankte den Schwestern für die sakrale Ausstattung der Kapelle, für deren Gestaltung sie maßgeblich verantwortlich zeichneten.

Die Errichtung der neuen Klinikkapelle wurde im Zuge der baulichen Weiterentwicklung des Vincentinums notwendig. Bedingt durch die Erweiterung der Klinik wurde vor einigen Jahren das Haus Katharina abgerissen, wodurch die damalige Klinikkapelle weichen musste. Seitdem fanden Gottesdienste und Andachten übergangsweise auf Station 10 im ehemaligen Andachtsraum der Barmherzigen Schwestern statt. In Würdigung der Geschichte und Identität des Hauses wurde im Rahmen des Erweiterungsbaus der Klinik der Neubau einer eigenen Klinikkapelle geplant und umgesetzt.

Im Vincentinum, das seit 2017 von der Klinikgruppe Artemed geführt wird, arbeiten rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 90 (Beleg)-Ärzte in den Fachbereichen Orthopädie, Chirurgie, Innere Medizin, Augenheilkunde und Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Rund 20.000 Menschen werden jährlich ambulant und stationär versorgt.