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Familienwallfahrt

Das Zeugnis der ersten Christen

30.05.2026

Zum Abschluss der Pilgerfahrt standen vor allem die antiken Erinnerungsorte in Rom auf dem Programm. So besuchten Teile der Wallfahrergruppe am Donnerstag die Domitilla-Katakombe und erfuhren dort etwas über die frühchristlichen Gemeinden in Rom. Am Freitag folgte dann eine Führung durch das „alte Rom“ sowie der Abschlussgottesdienst am Grab des Apostels Paulus in der Basilika San Paolo fuori le mura.

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Die Domotilla-Katakombe wird von den Steyler Missionaren betreut.

Manfred Wendel, Mitglied der Steyler Missionare, kennt sich nicht nur sehr gut mit seinen Katakomben aus, sondern hat auch einen fesselnden Erzählstil. Mit viel Humor und einigen Anekdoten berichtet er in der halb unter der Erde liegenden Basilika Santi Nereo e Achilleo von den Anfängen des Christentums in Rom. Währenddessen ist ein anderer Teil der Augsburger Pilgergruppe auf dem Weg nach Tivoli, um die dortige Villa d'Este aus dem 16. Jahrhundert zu besichtigen. Eine weitere Gruppe genießt derweil den Tag am Strand von Ostia.

Katakomben: die Zeitkapseln Roms

Die unterirdische Gräberstadt der Domitilla-Katakombe erstreckt sich auf eine Gesamtlänge von 17 Kilometern und zieht sich über vier Etagen. Die ersten Christen hatten angefangen, für ihre Toten Gräber in den weichen Tuffstein zu schlagen. Über 150.000 Bestattungen lassen sich hier nachweisen. Bis ins vierte Jahrhundert existierte diese Praxis, danach gerieten die Orte in Vergessenheit. Erst im 19. Jahrhundert entdeckte man nach und nach die 60 verschiedenen Katakomben in der Stadt. Da im Inneren konstant angenehme 18 Grad herrschen, haben sich auch die frühchristlichen Kunstwerke gut erhalten. Besonders stolz ist Bruder Manfred auf die älteste Darstellung der Apostelfürsten Petrus und Paulus.

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Auf vier Etagen befinden sich über 150.000 Gräber. Die meisten davon sind leer.

Nach einem virtuellen Flug durch das Rom der Kaiserzeit geht es schließlich in Kleingruppen hinab in die Totenstadt. Im Gänsemarsch geht es vorbei an den typischen Grabnischen, kleinen Grablampen und Überresten der marmornen Grabplatten. Angesichts zahlreicher Abzweigungen fragt man sich schnell, ob in diesem Gassengewirr nicht auch schon Menschen verloren gegangen sind. Die Stimmung der Kinder und Jugendlichen schwankt zwischen Faszination und Zweifel. Tatsächlich sieht man dort heutzutage bloß noch leere Gräber und keine Knochen. Ein Mädchen fragt verwundert seine Mutter, wo „die“ denn alle hingekommen sind. Kindern etwas von den Zerstörungen während der Völkerwanderungszeit, vom Reliquienkult der frühen Päpste und der sich verändernden Gesetzeslage zu erzählen, ist gar nicht so leicht. Und obwohl einige Jugendliche betont cool mit der Situation umgehen, ist doch allen klar, dass man den Anfängen des christlichen Glaubens in Europa wohl nirgends so nahe kommt wie hier.

Steinerne Zeugen einer vergangenen Welt

Tags darauf geht es um die antiken Überreste in der Stadt. In elf Gruppen werden die Wallfahrer durch das Zentrum geführt. Das Marcellus-Theater ist der Startpunkt. Schon recht bald wird den Wallfahrern klar, dass die römischen Bauten oftmals weiterverwendet wurden. Häufig dienten ihre Grundmauern oder Wände auch einem Kirchenbau an der Stelle. Über das Forum Piscarium geht es dann in Richtung Kapitolhügel. Dort lernen die Augsburger dann auch einen neuen Begriff kennen: Ägyptomanie. Er meint, dass die Römer nach der Eroberung des Reiches im Jahre 30 vor Christus viele gestalterische Elemente, Werkstoffe und Techniken von dort übernommen haben. Das sei auch der Grund, warum man mitten in Europa Pyramiden, Sphinxen und Personifizierungen des Flusses Nil sehen könne, so die Führerin.

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Blick auf das Forum Romanum.

Bei einem wunderbaren Blick über das Forum Romanum wird dann deutlich, wie mächtig dieses Reich einst war, und welche Rolle auch die Sakralität für die damaligen Machthaber gespielt hat. Angesichts der zahlreichen Überreste braucht es allerdings auch viel Fantasie, um die Tempel zum Leben zu erwecken. Kaum vorstellbar ist jedoch die Tatsache, dass das antike Forum spätestens seit dem 8. Jahrhundert in Vergessenheit geriet, verfiel, bei Erdbeben verschüttet und als Kuhwiese genutzt wurde. Erst Ende des 18. Jahrhunderts hätten Archäologen mit Ausgrabungen begonnen. Ein wenig enttäuscht sind die Kinder dann allerdings, als von dem versprochenen großen Zirkus (Circus Maximus) wenig mehr als eine langgezogene Wiese zu sehen ist. Eine Großveranstaltung versperrt noch zusätzlich die Sicht auf das riesige Areal, in dem zu Spitzenzeiten knapp 200.000 Zuschauer spannende Wagenrennen verfolgten. Das Kolosseum lässt hingegen noch gut erahnen, welchen Stellenwert kämpferische Spiele damals hatten. Und wie zu erwarten war, hört man im Hintergrund auch gleich eine Anspielung auf „Asterix - Sieg über Cäsar“: „Mensch, da hat Obelix damals aber ganze Arbeit geleistet.“ In dem bekannten Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1985 wird nämlich auf ironische Art und Weise erklärt, warum die Arena heute so viele schadhafte Stellen aufweist. Was der Film nicht erzählt, ist die Tatsache, dass viele antike Bauten in der Stadt auch als Materiallager für Kirchbauten dienten und so quasi „Recycling-Masse“ waren.

Feierlicher Abschlussgottesdienst in St. Paul vor den Mauern

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Die Wallfahrer durften sich auf ihrer Busfahne verewigen.

Am Grab des Völkerapostels Paulus findet die Familienwallfahrt am Freitag schließlich ihr Ende. Oliver Rid, Pfarrer und Dekan von Marktoberdorf, geht anhand verschiedener Bibelstellen auf wichtige Stationen im Leben des heiligen Paulus ein, die jeweils von einem, von Robert Haas extra komponierten Lied untermauert werden. Bischof Dr. Bertram Meier betont in seiner Predigt wiederum, dass Rom einiges zu bieten gehabt habe. „Am wichtigsten scheint mir zu sein, dass wir die positiven Begegnungen und Erfahrungen wie einen Schatz in unseren Herzen dankbar aufnehmen, damit die Bilder dieser Reise nicht verfliegen wie ein Spielfilm, den wir im Halbschlaf schauen“, sagt er zu Beginn. Vielleicht hätten manche auf der Wallfahrt sogar einen „Christus-Moment“ gehabt, also einen Augenblick, „in dem sie wieder neu gespürt haben: unser Glaube ist nicht eine Theorie, sondern diesen Gott kann ich in meinem Leben wirklich erfahren“. Christus lasse die Menschen nicht im Stich. Diese Zusage solle man auch angesichts des Alltagssturms nicht vergessen. Vielmehr seien Christen dazu aufgerufen, Zeugnis vom Glauben zu geben. Bischof Bertram: „Wir selbst sind der Brief, den Christus in die Welt verschicken möchte. Unser Leben soll Zeugnis vom christlichen Glauben geben, dort, wo wir uns ohnehin jeden Tag aufhalten: in unseren Familien, Vereinen und Arbeitsstätten – jeder mit den Fähigkeiten, die Gott ihm oder ihr mitgegeben hat. Die Liebe Christi soll sichtbar werden in dem, was wir tun, reden und denken.“ Anstatt der Fürbitten werden die vorher aufgeschriebenen persönlichen Anliegen der Wallfahrer von einem kleinen Mädchen zum Altar getragen.

Auf ein Wiedersehen in Rom

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"Man soll merken, dass ihr in Rom wart", so der Bischof in seiner Predigt.

Der Gottesdienst selbst ist durch die moderne und mitreißende Musik, die der Kemptener Robert Haas eigens für den Anlass komponiert hat, sehr lebendig. Die in St. Paul ansässigen Benediktinermönche reiben sich sogar gelegentlich verwundert die Augen. Nur die Allerkleinsten in der Gruppe liegen schlafend auf dem Schoß ihrer Eltern, erschöpft von den vielen Eindrücken. Emotional wird es, als Wallfahrtskoordinator Christian Öxler vom Seelsorgeamt sich bei allen Beteiligten für ihr Mitwirken bedankt. Der Beifall der Wallfahrer hält lange an, teils gibt es sogar Standing Ovations. Er sei sehr zufrieden mit dem Verlauf der Wallfahrt, auch wenn es eine große Herausforderung gewesen sei, mit 500 Menschen ein gutes Programm zusammenzustellen. Auch der Bischof schließt sich den Komplimenten für das Organisationsteam an.

Gleich im Anschluss heißt es für die Pilger Abschied nehmen. Fünf ereignisreiche Tage liegen hinter ihnen, eine lange Busfahrt vor ihnen. Vielleicht hallen in dem einen oder anderen noch die abschließenden Worte des Bischofs nach: „Wenn ihr heimkommt, sollen die Menschen merken, dass ihr in Rom wart. Wir alle sind Jesu Visitenkarten, und wer auf uns trifft, soll merken, dass er eine gute Adresse in den Händen hält. Kommt also gerne wieder nach Rom!“

  

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Artikel 1: 500 Pilger aus dem Bistum brechen nach Rom auf

Artikel 2: Rom bei 30 Grad: Petersdom und Stadtzentrum

Artikel 3: Augsburger zu Gast beim Papst und in Trastevere

Artikel 4: Das Zeugnis der ersten Christen