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Fußball-Benefizspiel in Dillingen

Vatikanische Ballkünstler entzaubert - Doch die wahren Sieger standen nicht auf dem Platz

17.04.2026

Petrus meinte es an diesem frühlingshaften Freitagabend wettertechnisch überaus gut mit den Fans auf den Rängen und den Spielern auf dem Rasen. So richteten sich kurz nach 18 Uhr die Blicke der rund 750 Zuschauer im weiten Rund des Dillinger Donaustadions gebannt auf den Mittelkreis. Als Bischof Bertram seiner Aufgabe als Schirmherr nachkam und den Anstoß des Benefizspiels zwischen der „Charity World Squad“, einer internationalen Auswahl ehemaliger Fußballprofis, und der inoffiziellen Vatikan-Nationalmannschaft ausführte, stand der Sieger jedoch schon fest: Denn die Einnahmen des Tages kommen schwer erkrankten Kindern zugute.

Auch die Geschichte der 2x45 Minuten auf dem Platz ist schnell erzählt, das Ergebnis – 7:1 für die Auswahl ehemaliger Profis - geriet an diesem Abend zur Randnotiz. Und dennoch ließen alle Akteure auf dem Platz erahnen, warum der Fußballsport für sie – auch für die Ex-Profis nach wie vor - die schönste Nebensache der Welt ist. Beide Teams lieferten sich ein leidenschaftliches und faires Duell um das runde Leder, zauberten das eine oder andere Kabinettstück auf den Platz und den Zuschauern auf den Rängen ein Lächeln ins Gesicht.

Diese honorierten den Einsatz immer wieder mit lautstarkem Szenenapplaus, insbesondere, wenn Publikumsliebling und Dreifach-Torschütze Ailton in Aktion trat. Der ehemalige FIFA-Referee und zweifache Weltschiedsrichter Dr. Felix Brych, der im vergangenen Jahr mit seinem 359. Bundesligaspiel in Augsburg seine Karriere beendete, hatte die Partie unter den Augen des italienischen Generalkonsuls Fausto Panebianco sowie lokalen Vertretern aus Kirche, Politik und Gesellschaft stets im Griff und konnte die gelbe und rote Karte in der Tasche lassen.

Für die Spieler des Kaders der „Charity World Squad“, der vom Cheforganisator SSV Dillingen-Vorstand Christoph Nowak zusammengestellt wurde und der gespickt war mit ehemaligen Topstars war die Teilnahme bei diesem besonderen Ereignis eine Ehrensache. Neben dem brasilianischen „Kugelblitz“ Ailton (Werder Bremen) und Sascha Mölders, der sowohl für den FCA als auch für die Münchner Löwen die Kickschuhe schnürte, standen mit Tim Wiese (Deutschland), Volkan Yaman und Halil Altintop (Türkei), Maximilian Nicu (Rumänien), Andreas Ibertsberger (Österreich), Karim Matmour (Algerien), Slobodan Komljenović (Serbien), Alexander Fanerud (Schweden) und Moustapha Salifou (WM-Teilnehmer 2006 mit Togo) unter anderem neun ehemalige Nationalspieler im Aufgebot. Aber auch Prominenz von außerhalb der Fußballbranche wie die Halbig-Brüder von der Musikband „Killerpilze“ verstärkten das Team, das vom Stuttgarter Meistertrainer Armin Veh betreut wurde.

Die Auswahl des vatikanischen Fußballverbands (Federazione Vaticanese Giuoco Calcio, gegründet 1972) setzte sich an diesem Tag zusammen aus Mitarbeitern der Vatikanischen Museen, der Schweizergarde, des Petersplatzes, des Petersdoms und der Papst-Security. Da der Vatikan weder Mitglied des Fußball-Weltverbandes FIFA noch des europäischen Fußballverbandes UEFA ist, nimmt die Mannschaft nicht an Qualifikationsspielen zu Welt- und Europameisterschaften teil. 

Sämtliche Einnahmen des Tages durch Eintritt und Sponsoring kommen zu jeweils gleichen Teilen der „Hilfe für kranke Kinder“ (Stiftung in der Uni-Kinderklinik Tübingen) sowie „Olis Kinderwelt e.V.“, dem Charityprojekt von Nationalkeeper Oliver Baumann zugute.

Im Anschluss an das Spiel lud Frank Kunz, Oberbürgermeister der Stadt Dillingen an der Donau, zu einem Empfang in die Stadtgalerie ein. Mit seinen Begrüßungsworten verlieh er seinem Stolz Ausdruck, dass die Protagonisten beider Teams den Weg ins „schwäbische Rom“ fanden. Im Anschluss daran richtete sich Bischof Bertram als Schirmherr der Veranstaltung auf Italienisch an die kickenden Vertreter aus dem kleinsten Staat der Welt: „Ich spreche euch mein Kompliment aus. Auch wenn die Mannschaft mit den Ex-Profis das Spiel ergebnistechnisch gewonnen hat, seid auch ihr Sieger. Ihr habt nämlich die Sympathie aller sicher, die euch zugeschaut haben. Schön, dass ihr nach Dillingen gekommen seid.“

Auch der zweite Schirmherr der Veranstaltung, der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder, schickte seine Grußbotschaft in die Donaustadt, wo es für ihn an diesem Abend, nicht nur um sportliche Begegnung geht, sondern auch um das Miteinander und die Mitmenschlichkeit. „Hier wird Gemeinschaft gelebt, hier finden die christlichen Werte, die das Fundament des Zusammenlebens in Bayern bilden, tatkräftigen Ausdruck“, betonte der terminlich verhinderte Ministerpräsident Sinn und Zweck dieses Sportereignisses der besonderen Art.