„Die Geschichte der Karmelitinnen geht weiter!“
„Es war eine lange, ertragreiche, gesegnete Zeit in Welden“ - mit diesen Worten hat Bischof Dr. Bertram Meier die 95-jährige Präsenz der Karmelitinnen im Kloster Welden gewürdigt. Kurz bevor die acht verbliebenen Schwestern ihre Koffer packen, um im Kloster Himmelspforten in Würzburg ihre neue Bleibe zu finden, war die ganze Marktgemeinde im Nordwesten Augsburgs auf den Beinen, um im Gottesdienst und einem anschließenden Festakt Abschied zu nehmen.
Die Pflege der Klosteranlage mit mehr als 15.000 Quadratmetern Grund war den zumeist betagten Ordensfrauen zuletzt zuviel geworden - deswegen endet in diesem März die Geschichte der Karmelitinnen in Welden, die im Mai 1931 begonnen hatte. Der Klosterbau hatte damals erst zwei Jahre zuvor begonnen, fertiggestellt wurde er erst 1965. Zeitweise lebten 35 Schwestern in Welden.
„Gott will, dass wir uns auf den Weg machen,“ tröstete Bischof Bertram die Schwestern in seiner Predigt: „Die Brücke der Zuneigung wird, so bin ich mir sicher, auch in das entfernte Würzburger Land, in das Kloster mit dem wunderbar verheißungsvollen Namen Himmelspforten, geschlagen werden. Im Letzten gehen wir ja alle gemeinsam unseren Pilgerweg hin zum ewigen Ziel, der Geborgenheit bei unserem Schöpfer und Herrn.“
Als gläubige Menschen, so der Bischof weiter, mache man sich immer dann auf den Weg, wenn man sich dazu gerufen wisse:„Der Ruf zur heiligen Unruhe des Evangeliums hat also seinen Ursprung nicht in unseren Wünschen und Sehnsüchten, sondern im Entschluss Gottes und der „Gnade, die uns schon vor ewigen Zeiten in Christus Jesus geschenkt wurde“ (2 Tim 1,9). Gerade wenn die Beine zittern, wenn unsere Schritte langsamer werden, wenn wir stolpern – und wir alle werden immer wieder stolpern und fallen – ist dieses Wissen unser großer Trost. Öffnen wir uns bewusst diesem Gnadenstrom, der Fülle seiner Nähe, die unsere armseligen Kräfte jeden Tag erneuert."
Im Anschluss an den Gottesdienst gab es im Holzwinkelsaal der Marktgemeinde noch viele Hände zu schütteln - die Ordensschwestern, das wurde deutlich, werden vielen Menschen fehlen.